Menü

Start
Aktuelles
Messen
Kirchen
Pastoralrat
Ökumene
Gruppen
Kita
Historisches
Förderkreis Kinderklinik
Kath. Friedhof
Pfarrbrief
Kirchenspiegel
Pfarrer's Corner
Seelsorge
Links
Suche
Kontakt
Impressum
logo
Start arrow Pfarrer's Corner arrow „Der Heilige Geist als Chefcoach“
„Der Heilige Geist als Chefcoach“ Drucken E-Mail

Die Frauen Fußball-WM zieht in diesen Tagen viele Menschen in ihren Bann, mehr als erwartet. Auch die Kirchen beteiligen sich hier in Wolfsburg mit einem vielfältigen Programm an dieser WM, unter dem Thema Fußball und Glaube. Da gibt es schon eine Menge vergleichendes. Ich glaube, Jesus würde in der heutige Zeit Fußballgleichnisse erzählen. Immer wenn er Gleichnisse erzählt hat, hat er darauf geachtet, dass es klar, einfach und kurz ist und dass die Menschen es verstehen können. Das heißt, er hat die Inhalte der Gleichnisse aus der Lebenswelt der Leute genommen. Und die Lebenswelt von uns heute ist nicht mehr der Fischfang, sondern - zumindest in Tagen wie diesen - eher der Fußball.

Ich glaube, Jesus würde von den Eckfahnen des Glaubens sprechen und von der richtigen Mannschaftsaufstellung, die ins Finale führt. Maria würde er als gute Trainerin bezeichnen und den Heiligen Geist als Chefcoach. Es lassen sich viele Vergleiche herstellen. Ich glaube, Jesus hätte Spaß daran - und wir würden es gut verstehen.

Ebenso ließen sich die Rituale des Fußballs durch der Liturgie der Kirche bespiegeln: Der Einzug in Kirche und Stadion unter starkem Chor- und Fangesang, das Schwenken der Fahnen bzw. Banner, das Fürbittgebet und die flehenden Rufe um Tore und Sieg, die Huldigungen gegenüber Gott, bzw. Spielern. Doch Vorsicht, nicht alles ist zu Vergleichen heranzuziehen. Man darf das Fußballspiel nicht zur Religion erklären. Wenngleich es religiöse Gefühle aufruft und auch als quasi-religiöse Kraft erfahren werden kann. Wo ich als Christ einschreiten möchte ist, wenn einer anfängt, den Pfarrer zu bitten, er soll doch bitte einen Gottesdienst halten, damit die deutsche Nationalmannschaft gewinnt. Das ist ein Missbrauch. Gott ist kein Erfüllungsgehilfe unserer Wünsche.

Es gibt auch keinen Fußballgott. Es ist interessant - auch für mich als Theologe - nachzuforschen, warum Menschen diesen Ausdruck gebrauchen und was sie eigentlich damit verbinden. Im Vergleich müsste man aber sagen, dass der Fußballgott ungerecht ist, dass er absolut launisch ist, dass er widersprüchlich ist, dass er nicht auf die Armen achtet, dass er keine Option hat für Verlierer, dass er Menschen betrügt. Der biblische Gott dagegen hat eine Option für die Armen, Gott steigt selber sozusagen in die 5., 6. oder 7. Liga hinab, um uns den Glauben beizubringen. Gott stirbt, Gott ist keine Erfolgsspur, Gott macht Menschen nicht zu Göttern, sondern zu wirklichen Menschen.

Ich glaube jedoch, dass wir als Kirchen vom Fußball etwas abschauen und lernen können: Einfach die Sorgfalt des äußeren Bildes, die Sorgfalt auch der Vorbereitung und der öffentlichen Kommunikation. Wie präsentieren wir uns nach außen? Was ist die Botschaft, die wir nach draußen senden? Wie ist unsere kommunikative Strategie? Und dann die unglaubliche Zielgruppennähe der Vereine zu ihren Fans, die wirklich vorbildlich ist. Und nicht zuletzt die Sichtung von Talenten. Auch hier könnte Kirche von so einem kulturellen Giganten wie dem Fußball in Deutschland sehr viel lernen.

Doch eins bleibt klar: der Gott der Christen tröstet, Schalke 04 oder andere Vereine eben nicht. Viel Spaß bei der Fußball-Frauen WM

Ihr Martin Wrasmann

Wenn Sie das Programm der Kirchen in Wolfsburg interessiert, schauen Sie mal rein bei www.kirche-am-ball.de

 
< zurück   weiter >
[ Zurück ]
 
© 2012 St. Altfrid Gifhorn / Meine