Mit dem Pfingstmontag beginnt im liturgischen Kalender wieder die Zeit im Jahreskreis. Die fünfzig Tage der Freude nach dem Fest der Auferstehung unseres Herrn sind vorüber und wir kehren sozusagen in den Alltag unseres Christseins zurück. Auf diesem Wege sind wir aber nicht allein, uns ist ein Beistand versprochen, die „Kraft aus der Höhe“ (Lk 24, 49). Es ist der Heilige Geist, der uns bestärkt, bewegt und beseelt. Es ist der Heilige Geist, der hilft, zu glauben, zu hoffen und zu beten. Der Geist, der uns zum Leben nach dem Evangelium fähig macht, der uns zur Heiligkeit führt und es uns ermöglicht, ein mutiges Zeugnis unseres Glaubens abzulegen.

In der Taufe wurde uns der glaubensweckende, hoffnungsstiftende und in-uns-betende Geist geschenkt. Die Fülle der Gaben des hl. Geistes empfingen wir in der Firmung. Weil wir Menschen uns aber von ihm abwenden und vor ihm verschließen können, brauchen wir immer neu seine Ankunft. Darum feiert die ganze Kirche immer wieder Pfingsttage mit dem Ruf nach Ausgießung des Gottes Geistes. Schließen wir uns dieser Bitte an, damit auch wir seine Kraft zu glauben, zu hoffen und zu beten empfangen: Veni, Sancte Spiritus!

Der große deutsche Theologe Karl Rahner hat einmal geschrieben:

„Haben wir schon einmal geschwiegen, obwohl wir uns verteidigen wollten, obwohl wir ungerecht behandelt wurden? Haben wir schon einmal verziehen, obwohl wir keinen Lohn dafür erhielten und man das schweigende Verzeihen als selbstverständlich annahm? Haben wir schon einmal gehorcht, nicht weil wir mussten und sonst Unannehmlichkeiten gehabt hätten, sondern bloß wegen jenes Geheimnisvollen, Schweigenden, Unfassbaren, das wir Gott und seinen Willen nennen? [...] Suchen wir selbst in solcher Erfahrung unseres Lebens, suchen wir die eigenen Erfahrungen, in denen gerade uns so etwas passiert ist. Wenn wir solche finden, haben wir die Erfahrung des Geistes gemacht.“

(Aus: „Über die Erfahrung der Gnade“)

© 2013 St. Altfrid Gifhorn / Meine