Die Heilige Nacht hat etwas Anziehendes an sich. Die Kirchen füllen sich im ganzen Land. Es kommen auch viele, die den Weg in die Kirche sonst nur selten finden. Über diese Heilige Nacht sagt Leo der Große, der als Papst von 440 bis zu seinem Tode 464 die Kirche leitete:

„Lass uns froh sein: Heute ist uns Retter geboren, Traurigkeit hat keinen Raum am Geburtstag des Lebens.“

„Lass uns froh sein!“ - Christentum und Freude? Passt das zusammen? Wie wichtig, lebensnotwendig die Freude ist, zeigt uns am Beispiel der Jugend der bekannte Zisterzienser Pater Karl Wallner: „Eine Jugend, die ihre Freude nicht bei Gott findet, muss diese große Sehnsucht nach Glück, nach Sinn, nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Freude… geradezu naturnotwendig anderswo suchen. Und das endet dann eben in Frühsexualität, die die jungen Leute eigentlich völlig überfordert; das endet in einer Cliquenbildung, die zu einem Gruppenzwang zum Negativen ausarten kann; der Griff zur Droge ist dann nur der letzte verzweifelte Versuch, dieses innere Sehnsuchtsvakuum nach Freude und Glück zu füllen. Doch es kommt keine Erfüllung, sondern nur größere Leere und menschliche Zerstörung.“

„Lasst uns froh sein!“ ruft der Papst Leo der Große den Römern zu. Aber den Zuhörern jener Tage war gar nicht sonderlich nach Frohsinn und heiterer Festesfreude zumute. Es ist die lange Zeit der Völkerwanderung. Für die betroffenen Menschen damals war es eine grauenvolle Zeit. Hunnenscharen zogen mordend und plündernd durch große Teile Europas und waren schon in Norditalien eingefallen. Wann würden sie in Rom sein? Doch mit seiner Autorität stellt sich der Papst dem Hunnenkönig Attila bei Mantua entgegen und hält sie von ihrem Weiterzug durch Italien ab. Und den Hunnen folgten die Vandalen, die auch Rom nicht verschonten. In dieser Situation mit allem Ängsten und Sorgen der Menschen in Europa verkündet Leo der Große die Botschaft von der Menschwerdung des Sohnes Gottes.

Auch wir leben heutzutage in einer bewegten Zeit der Um- und Aufbrüche, mit allem Bangen, vielen Fragen und Zweifeln, aber auch in mancher Glaubensunsicherheit, wohl auch in Sorge um die Zukunft unseres christlichen Glaubens: wie steht es um die Zukunft unserer Kirche? Tagtäglich wird uns bewusst, dass unser Leben nicht eine Vorwegnahme der kommenden himmlischen Herrlichkeit ist. Der Alltag ist oft genug mühsam und anstrengend, bedroht von Schicksalsschlägen und Krankheiten. Das kann unseren Glauben, unser gelebtes Credo, auf harte Proben stellen. Wir alle brauchen Trost und Zuspruch. Im Evangelium nach Lukas (2, 10) lesen wir, dass der Engel Gottes den Hirten zuruft: „Fürchtet euch nicht!“

„Fürchtet euch nicht“- das Besondere der Weihnacht besteht darin, dass uns Gott als kleines Kind begegnet. Es ist kein Gott, der Angst macht, im Gegenteil.

Vom heiligen Charles de Foucauld stammt der Text:

„Habt Vertrauen! Seid zutraulich! Habt keine Angst vor mir, kommt zu mir, nehmt mich in eure Arme, betet mich an! Doch wenn ihr mich anbetet, tut Mir, wonach die Kinder verlangen: liebkost Mich. Fürchtet euch nicht, seid nicht so schüchtern vor einem so süßen kleinen Kind, das euch zulächelt und euch die Arme entgegenstreckt. Es ist euer Gott, aber es ist voll Liebreiz und Lächeln, fürchtet euch nicht.“

„Lasst uns froh sein und fürchten wir uns nicht.“ - In Christus ist unser Retter erschienen. Nicht wir selber können uns von allem Bösen erlösen. Christus schenkt uns Heil und, was auch wir Christen manchmal vergessen, er schenkt und Hoffnung auf Leben über den Tod hinaus. Christus schenkt uns die wahre Freude, die unsere große Sehnsucht nach Glück, nach Sinn, nach Liebe und nach Geborgenheit erfüllen kann. Lasst uns froh sein!

Das Christentum ist Freude!- so lautet die Botschaft dieser Nacht! Es ginge in der Kirche „grauslich-mörderisch“ zu, wenn wir das Fröhlichsein vergessen, wenn wir die Freude aus der Tiefe nicht auch zu einem Lächeln an der Außenseite unseres Ich aufsteigen lassen. Gott selbst ist es, der uns Christen allen Grund zur Freude gibt. Darum ist es so schön, Christ zu sein.

„Lass uns froh sein: Heute ist uns Retter geboren, Traurigkeit hat keinen Raum am Geburtstag des Lebens.“

© 2013 St. Altfrid Gifhorn / Meine

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