Ohne Hirten – keine Weihnacht

 

Wissen Sie, was eine Fuckup-night ist? Sorry, aber es heißt wirklich so. Bei einer Fuckup-night kommen Menschen zusammen und erzählen sich ihre Pleiten. Vorzugsweise junge Unternehmer, die ein Start-Up an die Wand gefahren haben: Ein tolle Idee, kräftige Investitionen auf Pump, eine Menge Elan. Und: es ging grandios schief. Im Kultfilm Alexis Zorbas heißt es nach dem Zusammenbruch der Seilbahn am Schluss: „Hast du schon einmal etwas so wunderbar zusammenbrechen sehen?“ Die Pointe dabei: Bei der Fuckup-night werden die Pleiten nicht erzählt, um sich gegenseitig runterzuziehen, sondern um sich gegenseitig zu ermutigen: Es darf auch schief gehen. Und man darf auch darüber reden. Aber, um dann neu anzufangen. Ziel ist Ermutigung.

Das göttliche Start-up heißt Erlösung des Menschen aus seinen unterschiedlichsten Gefangenschaften. Der Start selber schien gewaltig daneben zu gehen. Menschwerdung Gottes im Stall zu Bethlehem, wahrlich nicht die Startrampe für solch ein erhabenes Ziel.

 

Was wäre wohl passiert, damals in Bethlehem, wenn sich die Hirten nicht hätten überzeugen lassen vom Engel und seiner Botschaft? Sie wären nicht zum Stall gegangen, hätte die Geburt des Erlösers ignoriert, keine Zeugen von der Geburt Jesu. Maria hätte zwar alles in ihrem Herzen bewahrt, aber die Hirten waren es, die den Fehlstart verhindert haben, die unmögliches für möglich hielten, gingen zum Stall und haben verstanden, was nicht zu verstehen ist: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und: Sie kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.“  Damit stehen die Hirten für den Kern der Weihnachtsbotschaft: Unmögliches wird möglich – Gott wird Mensch, damit der Mensch Mensch wird. Diese Hirten, Frauen und Männer eher aus der Unterschicht, weniger intellektuell gebildet, aber geprägt von tiefer Sehnsucht und hoher sozialer Kompetenz haben verstanden, wie sich Erlösung vollzieht. Gott wird da geboren, wo niemand etwas erwartet. Gott wird da geboren, wo alle etwas erwarten. Die Gottesgeburt vollzieht sich, wo vorher Herberge verweigert wurde, in der letzten Station, dem Stall. Die Menschwerdung Gottes schon im Start eine Fuckup-night (Versagernacht), die trotz massiver Startschwierigkeiten zur Erfolgsgeschichte avancierte, mit Hirten, Ochs und Esel im Gefolge.

Warum konnte sie sich bis heute halten? 

Weil da, wo Gott am Werk ist, auch auf krummen Linien gerade geschrieben werden kann, wo der glimmende Docht nicht gelöscht und das geknickte Rohr nicht gebrochen wird, und wo Hirten damals und Menschen heute die Erfahrung machen, das der Glaube aufrichtet und trägt und Gott unsere Sehnsucht nach dem Gelingen des Lebens stillt. Wie das geht? Er braucht damals wie heute Menschen, die seiner Botschaft trauen, Hirten und Hirtinnen, die wissen: bei Gott gibt es kein Fuck up, kein Scheitern und die auch heute noch glauben: Euch ist der Retter geboren, es ist der Messias der Herr.

 

Gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen Ihr Martin Wrasmann 

© 2013 St. Altfrid Gifhorn / Meine

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