Das Wort des Jahres 2016 ist postfaktisch. Diese Entscheidung traf eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie richtet damit das Augenmerk auf einen tiefgreifenden politischen Wandel. Das Kunstwort postfaktisch, verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« führt im »postfaktischen Zeitalter« zum Erfolg.

 Mein Wort des Jahres ist dann, wenn ich oben zitierter Begründung nachgehe, das Wort Profaktisch. In diesen weihnachtlichen Tagen, am Übergang zu einem neuen Jahr feiern wir die Menschwerdung Gottes: profaktisch, also vor allen Fakten, die eine digitalisierte Welt vorhält, glauben Christen an diese Wahrheit: „und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt.“ Dünnes Eis, könnten Sie jetzt behaupten, auf dem Sie sich bewegen: wie weit ist denn der Glaube von dem Begriff des Postfaktischen entfernt? Ich antworte: der christliche Glaube stellt sich nicht gegen die Wahrheit, sie ist Grundlage des Glaubens. Nur allein von der Wahrheit kann ich nicht leben, es braucht die Wahrheit, die eintaucht in die Lebensgeschichten und Lebenserfahrungen der Menschheit. Es braucht die Verheißungen, nach denen wir uns strecken, dass Frieden und Gerechtigkeit möglich sind; es braucht die Erfahrungen von Solidarität und Nächstenliebe, aus denen wir leben, weil sich sonst alles dem Pragmatismus und der Ökonomisierung einer kapitalen Gesellschaft unterwirft; es braucht die Kraft von Trost und Hoffnung, weil sich in ihnen die Würde des Menschen abbildet.

 All das sind für mich die Kategorien, die Kennzeichen des Profaktischen, weil vor allem Faktischen dieses eine grundgelegt ist: uns ist die Genialität, also das Gen, geschenkt, dass wir die großen Werte der Humanität, damit des christlichen, verwirklichen können.

Deshalb Profaktisch: Vor aller Zeit hat Gott den Menschen als sein Ebenbild geschaffen.

Göttlich, oder?

 

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht

 

 

Ihnen Martin Wrasmann, Pastoralreferent 

© 2013 St. Altfrid Gifhorn / Meine

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