Diese Texte stammen aus dem Büchlein "Kirche im Kleinen" - Erstkommunion.
Herausgegeben vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, Generalsekretär Msgr. Georg Austen. Verantwortlich: Verena Schäfers, Autor: Guido Erbrich.

Übersicht

Jesus hält Mahl

Sie ist eine der schönsten biblischen Geschichten: Zwei Jünger gehen traurig weg von Jerusalem und wollen die Stadt und die Geschichte der letzten Monate schnell hinter sich lassen.

Jesus ist am Kreuz gestorben. Sie sind voller Trauer, sodass sie Jesus nicht erkennen, der mit ihnen geht. Erst, als beim gemeinsamen Essen Jesus das Brot bricht, gehen ihnen die Augen auf. Jetzt kehren sie mutig und voller Hoffnung zurück nach Jerusalem.

Es ist schon erstaunlich:
"Am Brotbrechen erkannten sie ihn."
Das gemeinsame Mahl ist das Kennzeichen Jesu: Er hält Mahl mit den Sündern wie Zachäus, er speist in der Einsamkeit die hungrigen 5000, er erfreut die Hochzeitsgeschellschaft zu Kana, er isst mit den Jüngern nach Ostern am See.

In keinem anderen Zeichen erkennen wir, wie Gott für uns Menschen ist: lebensnotwendig!

Jesus sagt: Haltet mein Gedächtnis!

Die ersten Christen haben nach Ostern gemeinsam Mahl gehalten. Sie gehen täglich in den Tempel und in ihren Häusern teilen sie miteinander Brot, Fisch und Wein.

Sie erinnern sich an den Tod und die Auferstehung Jesu, sie legen ihr eigenes Leben und ihre Hoffnungen in die Hand Gottes.

Dieses Vertrauen haben sie von Jesus gelernt:
Das Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird, trägt hundertfach Frucht.

Jesus hat es ihnen versprochen:
Alle werden an der Tafel des Vaters erneut von der Frucht des Weinstockes trinken.

Jesus sagt auch uns: Tut auch ihr so!

Im Glauben bekennen und erleben wir Christen: Jesus Christus ist mitten unter uns. Es macht unsere Beziehung zu Gott lebendig und lässt uns diese Gemeinschaft erleben.

Für dieses Geschehen können wir alle dankbar sein.

Deshalb sprechen wir hier auch von der "Feier der Eucharistie". "Eu" heißt im Griechischen gut, "charis" ist das Geschenk oder in altdeutsch die Gunst. Die wörtliche Übersetzung von eucharistein bedeutet: "sich reich beschenkt und dankend verhalten".

Wir danken dafür, dass Gott uns so annimmt, wie wir sind, dass wir ihm begegnen können. Dann werden uns die Augen und Herzen aufgehen wir schon den Jüngern in Emmaus.

Jesus begegnet uns im Brot

Friedbert Simon, Pfarrbriefservice.de
Friedbert Simon,

Vor etwa 4000 Jahren entdecken die Alten Ägypter, dass sich Getreidebrei in Sauerteig verwandelt, wenn er gärt. Dieser Teig lässt sich backen. Kein Wunder, dass das Brot fortan als Geschenk der Götter gilt. Bald ist es das wichtigste Grundnahrungsmittel. Die Menschen sorgen sich um ihr täglich Brot. Im "Vaterunser" beten wir: "Unser täglich Brot gib uns heute".

Wer kein Brot hat, leidet Hunger. Bis heute ist für viele Menschen das ständige Erleben von Hunger eine traurige Wirklichkeit. Ursprünglich bringen die Christen Alltagsbrot mit zur Mahlfeier. Später wird es in besonderen Formen gebacken und mit einem Kreuz verziert. Seit dem Mittelalter ist das Brot eine Oblate, damit keine Krümel wie Brot beim Austeilen verloren gehen. Sie besteht aus Weizenmehl und Wasser und erinnert an das ungesäuerte Mazzenbrot, das in der Woche vor und beim jüdischen Sedermahl gegessen wird.

Jesus begegnet uns im Wein.

Schon vor 8000 Jahren bauen die Alten Georgier und Perser Wein an. Sehr schnell ist er ein wichtiges Produkt für das tägliche Leben. Auch in der Bibel spielt der Wein eine große Rolle. Er ist Zeichen für die Lebensfreude.
Auch die Ärzte verwenden ihn als Arznei.

Jesus spricht von sich als dem Weinstock und von seinen Jüngern als den Reben. Er gibt den Jüngern Kraft und Mut. Wir Menschen spüren die Herrlichkeit der Schöpfung und die befreiende Kraft Gottes.

Beim jüdischen Sederabend trinken die Erwachsenen vier Becher Wein, um an die Befreiung aus der Sklaverei Ägyptens zu erinnern. Kein Wunder, dass auch Jesus für die Befreiung aus Tod und Sünde den Wein als Symbol für sein Blut, sein Leben, wählt.

Der Wein für die Messe muss naturrein und echt sein.

Wir feiern Weißen Sonntag

Kinder freuen sich, dieses Sakrament einige Jahre nach ihrer Taufe zu empfangen. Deshalb entzünden sie zur Erinnerung an die Taufe am Erstkommuniontag ihre Taufkerzen erneut. Andere gestalten eigene Kerzen.
In den meisen Ländern feiern Kinder im Alter zwischen 8 und 11 Jahren, bei uns im dritten Schuljahrgang. In vielen Gemeinden gibt es einen festen Termin.

Der seit den ersten Gemeinden am weitesten verbreitete ist der weiße Sonntag, der erste Sonntag nach Ostern. In Rom ziehen an diesem Tag die, die zu Ostern getauft worden sind, in weißen Kleidern zur Kirche. Der Termin ist nicht verbindlich: In manchen Gegenden ist am Himmelfahrtstag die Erstkommunion. Noch vor 100 Jahren feiern katholische Mädchen und Jungen ihr Fest am Ende der Schulzeit, so wie heute noch die evangelischen Christen die Konfirmation.

Wir feiern sein Fest

Die Mädchen tragen an diesem Tag weiße Kleider wie einst die Getauften. Die Jungen ziehen dunkle Anzüge an. Oft kommt dazu ein Myrthekränzchen. Aber es kommt nicht auf die Kleidung an. Darum wird es immer populärer, an die Kinder einheitliche Alben auszuleihen. Damit kommen die Familien wieder zu einer stärkeren Orientierung auf den Empfang von Brot und Wein.

Die Kinder lernen, dass sie an diesem Tag Jesus, ihren Freund, im Leib Christi empfangen. Sie feiern mit ihrer Familie und ihren Freunden ein großen Fest, denn Jesus kommt zu ihnen als Gast.

Am nächsten Tag feiern sie eine Dankmesse und geben eine Gabe für die Kommunionkinder in der Diaspora, denen es wegen der weiten Wege und der kleinen Zahl der Gläubigen nicht so leicht geht wie ihnen.

Das Lamm weist auf Jesus

  • Der Kelch mit dem Wein und das Brot erinnern an das Letzte Abendmahl.
  • Weizenkorn und Ähre sowie Weinstock und Rebe stellen dar, wie die Früchte der Erde wachsen und zu Brot und Wein bearbeitet werden. Sie sind Geschenke der Schöpfung.
  • Der Regenbogen verbindet Gott und Mensch. In ihm schließt Gott mit Noah einen Bund, den Jesus mit seinem Leben erneuert.
  • Das Kreuz verbindet in der Senkrechen Himmel und Erde und in der Waagerechten Jesus mit den Menschen. Es zeigt den leideneden bzw. den auferstandenen Sieger über Leben erneuert.
  • Alpha und Omega auf der Kerze stehen für Anfang und Ende, für Gott, der alles umfasst und damit Beginn und Ziel der Schöpfung ist.

Der Fisch ist ein Zeichen für Jesus

Seit der Zeit der ersten Christen wird dieses Zeichen verwendet.

Legendär ist die Geschichte, wie die ersten Christen dieses Erkennungszeichens nutzten: Ein Christ zeichnet den ersten Bogen in den Sand, vollendet sein Gegenüber das Bild, ist beiden klar: Wir sind "Brüder oder Schwestern in Christus".

Fisch heißt auf Altgriechisch ICHTYS, die Abkürzung für Iesous Christos.

Fisch heißt auf Deutsch: Freund Jesus Sucht Christen Heute.

Wir beten vor der Kommunion:

Jesus Christus, komm zu mir,
für uns Menschen bist du hier.
Staunend denke ich daran,
was du schon für mich getan.

Gerne möchte ich dich sehn,
deine Botschaft ganz verstehn.
Doch in Zeichen - Brot und Wein -
hüllst du dich, Sohn Gottes ein.

Jesus, Herr der Herrlichkeit,
sieh, ich bin für dich bereit.
Ich lade dich voll Freude ein.
Lass mich immer bei dir sein.

Wir beten nach der Kommunion

Jesus, du bist jetzt bei mir.
Herr und Gott, ich danke dir.
Du bist Christus, der mich liebt.
es ist schön, dass es dich gibt.

Breite deine Liebe aus
unter uns in diesem Haus.
Wehre allem Hass und Streit!
Schenke Frieden weit und breit!

Bleibe bei uns, starker Herr,
denn wir brauchen dich so sehr!
Deine Wege lass uns gehen,
deine Herrlichkeit einst sehen.

Jesus ist in der Hostie.

Spiegel in Scherben
Peter Weidemann,
Pfarrbriefservice

Wie ist es möglich, dass aus Brot und Weit das Fleisch und Blut Christi werden? Wenn schon dein Körper die Nahrung, die du zu dir nimmst, in Fleisch und Blut umsetzen - verwandeln - kann. Warum soll Gott nicht auch das andere können?

Wie kann in einer so kleinen Hostie der ganze Christus sein?
Eine Landschaft, die vor dir liegt, ist so groß und dein Auge doch so klein. Dennoch ist das Bild der großen Landschaft in deinem Auge.
Warum soll es nicht möglich sein, dass in der kleinen Brotsgestalt der ganze Christus zugegen ist?

Wie kann derselbe Christus gleichzeitig in allen Kirchen sein?
Schau dir diesen Spiegel an. Wenn ich ihn zu Boden werfe, kannst du in jeder einzelnen Scherbe dein Bild gleichzeitig sehen.

© 2013 St. Altfrid Gifhorn / Meine

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