Das Leben ist kein Konjunktiv

Ach hätte ich doch bloß….., wäre ich nur nicht……und wenn da diese Fledermaus  in Wuhan nicht existiert hätte……

So definiert sich der Konjunktiv: er ist im Deutschen neben dem Indikativ und dem Imperativ einer der drei Modi eines Verbs. Da Aussagen im Konjunktiv häufig in den Bereich des Möglichen fallen, wird er auch als Möglichkeitsform bezeichnet. Der Konjunktiv zeigt jedoch nicht an, dass etwas möglich ist.

Mir scheint, dass die zurückliegende Zeit die Zeit des obligatorischen Konjunktivs gewesen ist. Diese pandemische Zeit hat jegliche Form von Prognosen, Einschätzungen und Planungen stark eingegrenzt, wie oft mussten wir hören, dass wir nur auf Sicht fahren können, und mit annähernder Sicherheit auf die Entwicklung des Virus kaum etwas verlässliches gesagt werden kann. Ich meine das ganz ohne Vorwurf: was kommt, wir wissen es einfach nicht, immer neue Daten und Zeiträume in denen sich etwas ändern könnte – Konjunktiv.

Der Advent ist da klarer, er beschreibt, was wir zu erwarten haben:  Blinde sehen und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet. Diese Erwartung wird mit der Botschaft der Weihnacht eingelöst: heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren, es ist Christus, der Herr.

Klare Angelegenheit: Leben im Indikativ – Darstellung der Wirklichkeit, für den der glaubt. Diese Botschaft trägt durch schwere Zeiten, auch der Pandemie. Aus dieser Wirklichkeit entsteht deshalb nicht die Frage, wie werden wir Weihnachten feiern, sondern die Ansage: feiert Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu wird gefeiert, egal zu welchen Zeiten und an welchen Orten, ob es gelegen oder ungelegen kommt. Dieser kategorische Imperativ setzt den obligatorischen Konjunktiv außer Kraft.

Das Leben ist kein Konjunktiv: man möge sich nicht fürchten

Weihnachten setzt den Imperativ: Fürchtet Euch nicht!

Gesegnete Advents- und Weihnachtstage

Ihr Martin Wrasmann

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