Mariä Himmelfahrt 2021

„Himmlisch – mit Liebe gemacht.“ So heißt ein YouTube Kanal. „Kochen, backen und vieles mehr – jede Woche neue Rezepte.“ All dies bietet „Himmlisch – mit Liebe gemacht“ an. Der Kanal kommt aus Österreich. Entsprechend sind auch die Rezepte:  Kaiserschmarrn, Buchteln, Salzburger Nockerl, Topfenknödel. Letztere heißen bei uns, in der Piefkesprache, Quarkknödel.

Die Worte Himmel oder himmlisch  tauchen im Titel unseres heutigen Hochfestes auf. Ebenso die Worte leiblich, Aufnahme und Maria. Alles zusammen ergibt dann das Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel.

Schauen wir uns die einzelnen Wörter einmal an. Maria ist die Mutter Jesu, die Gottesmutter. Sie war ganz offen für Gottes Pläne und hat  zugesagt, Jesus in diese Welt hineinzugebären. In ihr hat Gott seine wichtigste Verbündete gefunden. Sie, eine einfache und junge Frau aus dem Volk steht am Beginn eines neuen Zeitalters, eines neuen Verhältnisses Gottes mit seinen Menschen, das mit und durch Jesus aller Welt verkündet und nahegebracht wird.

Im heutigen Evangelium hören wir erstaunliche Worte von Maria. „Er, der Allmächtige, Gott, zerstreut die im Herzen voll Hochmut sind.; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.“ Solche einseitigen und sehr deutlichen Aussagen gegen die Mächtigen und Reichen und zugunsten der Niedrigen und Hungernden finden sich in keinem politischen Wahlprogramm vor der nächsten Bundestagswahl. Wohl auch deshalb ist sie so beliebt bei den Armen und Entrechteten, die in ihr eine Vorkämpferin und Verbündete sehen. Eine Frau, die erkennbar und entschieden auf ihrer Seite steht. Auch, weil sie selbst viel durchgemacht und erlitten hat und sicher kein einfaches Leben hatte.

Das Wort „leiblich“ klingt heute missverständlich, weil es oft mit „körperlich“ oder „fleischlich“ gleichgesetzt wird und damit die ursprüngliche Bedeutung nicht trifft. Wortbedeutungen können sich im Laufe vieler Jahre verändern und wenn man sie aus den Lebens- und Denkzusammenhängen ihrer ursprünglichen Verwendung herauszieht, werden sie missverstanden. Im Sinne der Bibel bedeutet „leiblich“ so viel wie die ganze Maria, der einheitliche Mensch Maria, also ihr ganzes Wesen, ihre Geschichte, ihr gesamtes Leben, ihre Liebe und ihr Glaube.  

Das Wort Aufnahme ist selbsterklärend. Es kommt in der Alltagssprache z.B. im Zusammenhang mit der Aufnahme in einen Verein oder dem Krankenhaus vor. Wer aufgenommen ist, gehört dazu.

Das Wort „himmlisch“ weckt nicht nur die Lust auf einen phänomenalen Kaiserschmarrn. Himmel steht auch für die Vollendung des Lebens bei Gott und in seiner Fülle, das glückliche Ankommen in der Ewigkeit, das Ans-Ziel-Kommen und damit das Erreichen meiner Lebensziele im Guten. Himmel steht für wahre Gerechtigkeit und Frieden, für Einklang in und mit mir und mit Gott. Himmel ist kein geographischer Begriff, kein konkreter Ort, auch wenn wir immer so sprechen, weil unsere Sprachfähigkeit begrenzt ist, insbesondere wenn es um Dinge geht, die jenseits unserer Erfahrungswelten liegen.

Wenn die Kirche das Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel feiert, dann drückt sie aus, wohin unsere Lebensreise gehen könnte. Sie macht auch deutlich, dass es möglich ist, in den Himmel zu kommen, denn Maria und die Heiligen sind schon dort. Der Weg der Menschen führt in den Himmel zu Gott und Menschen wie Maria und die Heiligen sind die Wegweiser.  

An Maria ist auch abzulesen, dass der Weg in den Himmel nur möglich ist, wenn ich diese Welt und das Leben radikal ernstnehme und, wenn es einmal dran ist, so deutliche und klare Worte spreche wie sie.

Thomas Hoffmann

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