Wort der Woche zum Evangelium Markus 6, 7-13

Wort der Woche zum Evangelium Markus 6, 7-13                     

12 Kilo! 12 Kilo ist ein sehr gutes Maß für die Pilger auf dem Jakobsweg. Wer mehr Kilo im Rucksack hat, 13, 14,16 oder gar 18, der gilt fast schon als Luxuspilger. Einige schaffen es sogar auf elf oder gar auf zehn Kilo. Diese werden dann von den anderen Mitpilgern bewundert. Denn erstens ist jedes Kilo eines zu viel, was auf die Schultern drückt und zweitens gehört zum Wesen des Pilgerns, mit schlankem Gepäck unterwegs zu sein. Diese Erkenntnisse führen sogar dazu, dass viele Fußpilger unterwegs Dinge aussortieren und nach Hause schicken. Es ist ja nicht besonders schlau, Dinge drei Wochen herum zu schleppen, die ich in diesen drei Wochen ganz bestimmt nicht benötige. Diese Erkenntnis wächst, wenn ich einige Tage über Stock und Stein gegangen bin.

Mit leichtem Gepäck sind auch die Jünger Jesu unterwegs. Sie haben einen Wanderstab, aber kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Sie sind Pilger der Glaubensverkündigung und dabei würde unnötiger Ballast einfach stören. Sie sollen darauf vertrauen, dass sie unterwegs geführt 15. Sonntag, Lesejahr B, 2018 in Velpke und Sankt Michael, 2021 Bernward WOB werden und dass ihnen Menschen begegnen, die sie unterstützen. Und tatsächlich ist das ja auch heute die Pilgererfahrung: mit weniger Ballast bin ich schneller, beweglicher und unabhängiger.

Jesus hat geahnt, dass seine Botschaft nicht immer und überall ungeteilte Zustimmung finden wird. Deshalb seine Warnung, sich nicht ohne Not zu lange an einzelnen Punkten aufzuhalten. Dort, wo man auf taube Ohren und verschlossene Türen trifft, lohnt es sich nicht zu bleiben. Jesus ist ein Realist. Er weiß, dass die Missionsarbeit seiner Jünger mühsam ist und nicht immer von Erfolg gekrönt sein wird. Er ist weiterhin der festen Überzeugung, dass es sich nicht lohnt, in ausweglosen Situation auszuhalten. Woanders werden seine Jünger erwartet. Dort sollen sie hingehen.

Falls die Jünger dann fortgehen, wenn sie nicht willkommen sind, sollen sie den Staub von den Füßen abschütteln. Das ist sicher ein Ausdruck des Protestes. Vermutlich steckt dahinter auch das alte Ritual, dass die Juden, wenn sie aus dem Ausland wieder zurück in die Heimat kommen, an der Grenze ihre Füße waschen und ihre Schuhe reinigen. Nichts Unsauberes sollte auf den heiligen Boden kommen. Die Jünger drücken mit ihrer Geste aus, dass der Ort, den sie verlassen, kein heiliger Ort ist.

Staub zurücklassen und weiterziehen: das ist auch eine wichtige Regel zum Erhalt der seelischen Gesundheit. Wenn Jesus diese Empfehlung gibt, dann sagt er seinen Jüngern: wenn man euch ablehnt und nicht hören will, wenn ihr keinen Erfolg habt oder gescheitert seid, dann schleppt das nicht wie eine persönliche Kränkung mit euch herum. Zieht ein Schlussstrich unter das was sich nicht ändern lässt. Zieht eine Grenze zu negativen Gedanken und zu Krankmachendem, lasst euch nicht durch Traurigkeit und Enttäuschung nach unten ziehen. Traut guten Erwartungen mehr als schlechten Erfahrungen. Achtet darauf, dass ihr seelisch gesund und intakt bleibt und pflegt euer Innenleben. Frei nach dem berühmten Satz: Errichte deinen Enttäuschungen (Niederlagen, Kränkungen) kein Denkmal, sondern schreibe sie in den Sand.

Staub von den Füßen zu schütteln drückt auch aus: du kannst nicht alles machen und nicht alles steht in deiner Verantwortung. Du musst auch nicht alles machen, gibt das ab, was dich unnötig belastet lass es rechtzeitig los. Ziehe einen Schlussstrich dort, wo es definitiv nicht weitergeht und lass nicht zu, dass Ablehnungen und Bitterkeit von dir Besitz ergreifen. Vielmehr sorge dafür, dass sie abfallen. Verrenne dich nicht in unhaltbare Positionen. Vertraue darauf, dass du schon eine Aufgabe finden wirst, die zu dir passt und die du gut erledigen kannst. Bewahre dir die innere Freiheit und vertraue darauf, dass es immer und immer wieder einen Neuanfang geben wird.

Das ist eines der Erfolgsrezepte von Jesu Missionsarbeit. Sie hat bewirkt, dass wir heute weit über eine Milliarde Menschen an Jesus Christus glauben. Sie ist realistisch, kann mit Misserfolgen umgehen, verrennt sich nicht und vertraut immer wieder darauf, dass es einen guten Neubeginn geben wird.

Thomas Hoffmann

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