Wort zum Sonntag , 01.08.2021

Die Evangeliumsperikope des 18. Sonntages in Johannes 6,24-35 ist eine Fortsetzung der Geschichte der Brotvermehrung, die wir am vergangenen Sonntag gehört haben. Tausende Menschen hatten erlebt, wie Jesus mit nur fünf Broten und zwei Fischen die Menge satt gemacht hatte und waren davon begeistert. Es waren Menschen in einer Notsituation: Ihnen fehlte das Lebensnotwendigste. Also suchen sie in Scharen am Tag nach dem Brotwunder diesen Rabbi, der ihren Hunger nach Brot und ihre Sehnsucht nach Gesundheit und Heilung erfüllen konnte.  Dabei ist ihre Erwartung ganz einfach: endlich in materieller Sicherheit leben zu können. Wer von uns hätte das nicht gemacht, wenn er in einer solchen Situation gewesen wäre? Wie sehr würden sich heute Millionen von Menschen freuen, die weltweit von Hungersnot bedroht sind!

Jesus aber macht den Menschen, die ihn suchen, klar: Sie haben das Ganze falsch verstanden. Die wunderbare Speisung war ein Zeichen genauso wie die Heilung von Kranken. Ein Zeichen, dass der Messias in ihrer Mitte ist, jedoch nicht um ihre irdischen Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen. Jetzt haben die Menschen die Möglichkeit, eine authentische Beziehung zu Gott aufzubauen. Beziehung, die mehr als den Hunger nach Nahrung für den Leib befriedigt, weil sie auch den Hunger nach Verbundenheit, Geborgenheit, Kraft, Orientierung und Sinn für unser Leben stillt.

Jesus will nicht nur gelegentlich aufgesucht werden für eine Taufe, eine Erstkommunionfeier, eine Trauung oder eine Beerdigung oder als Helfer in der Not wie damals in Kafarnaum. Er möchte, dass die Menschen eine echte Beziehung zu ihm, zu Gott aufbauen. Das ist die tiefste Bedeutung von Kommunion, vom Empfang des eucharistischen Brotes. Diese Beziehung gibt meinem Leben tiefe innere Erfüllung, tiefe innere Freude, tiefen inneren Frieden. Ähnlich wie wir arbeiten und Geld verdienen müssen, um die Nahrung für den Leib zu kaufen, so müssen wir auch unsere Beziehung zu Gott pflegen, z.B. durch Hören und Lesen seines Wortes, durch Gebet und Meditation, durch Empfang der Sakramente.

Wenn in unseren Gemeinden Erstkommunion oder ein Kommunion-Jubiläum gefeiert wird, ist dies ein Geschenk für alle. So wurden wir am vergangenen Samstag in der St. Bernward-Kirche in Gifhorn doppelt beschenkt: Eine Frau kam extra aus Bonn her, um an dem Tag die heilige Messe in der Kirche zu feiern, wo sie vor 70 Jahren zum ersten Mal die Kommunion empfing. Ich hoffe, dass diese lange Beziehung zu Jesus eine Ermutigung war für die drei Kinder, die im selben Gottesdienst ihre Erstkommunion feierten.

Einen gesegneten Sonntag und eine schöne Woche wünscht Ihnen

Pastor Dr. Willy Manzanza

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