Wort zum Sonntag, 08. August 2021

Liebe Gemeinde,

zu einer kurzen Betrachtung der biblischen Lesungen des heutigen 19. Sonntags im Jahreskreis möchte ich Sie nun gern einladen. In der ersten Lesung aus dem Buch der Könige wird ein wichtiges und gleichzeitig dramatisches Ereignis aus dem Leben des großen Propheten Elija beschrieben. Elija, der die Israeliten immer wieder auf den Weg zu Gott führen wollte, kommt an seine Grenzen. Er ist auf der Flucht vor König Ahas und dessen Frau, Königin Isebel. Er kann nicht mehr, seine Kraft ist aufgebraucht, er fühlt sich niedergeschlagen, sodass er nur noch sterben will. Sein Leben hat nach seinem Empfinden allen Sinn verloren. So betet er: „Nun ist es genug, Herr, nimm mein Leben.“ Es ist ein verzweifeltes Gebet eines Menschen, der ganz unten ist, der jede Freude verloren hat. Einschlafen und nicht mehr aufwachen – das ist es wohl, was Elija noch wünscht. Doch Gott hat für ihn andere Pläne. Er schickt seinen Engel, der Elija anrührt und mit den Worten stärkt: „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.“ Da sieht Elija Brot und einen Krug mit Wasser neben sich, er isst und trinkt und wandert nun durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte, bis er Gott am Berg Horeb begegnet. Diese Lesung aus dem Buch der Könige spricht von Ende und Neubeginn, von menschlichen Erfahrungen, die viele von uns auf unsere je eigene Weise gemacht haben und immer wieder machen. In ausweglosen Situationen gibt es oft plötzlich eine Lösung. Es kommt oft unerwartete Hilfe.

Was es ist, das uns unerwartet stärkt, erfahren wir im Evangelium nach Johannes. Hier sagt Jesus über sich selbst: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“ Brot des Lebens, Brot zum Leben – das will Jesus für uns sein. Er, verborgen in der Eucharistie – in der heiligen Kommunion, ist die Kraft, die uns immer wieder hilft, unser Leben zu bestehen.

Bei Beate Kowalski, der Dortmunder Bibelwissenschaftlerin, lesen wir Folgendes: „Im Johannesevangelium spricht Jesus Menschen auf ihre Sehnsucht an. „Was sucht ihr?“ sind seine Worte an seine ersten Jünger, die er anschließend beruft. Mit den gleichen Worten spricht der Auferstandene Maria von Magdala an: „Wen suchst du?“ Die Suchbewegung findet im Evangelium ein Ziel in Jesus von Nazaret. Bei ihm finden Fragende und Suchende Heil und Heilung, eine neue Aufgabe, Erlösung, Leben in Fülle und die Erfüllung aller Sehnsüchte. Kein Mensch kann diese Sehnsüchte erfüllen. Kein materieller Wert oder irdischer Erfolg macht wirklich zufrieden und schenkt Frieden. Kein Arzt kann Erlösung schenken.“

Die Aussage Jesu, der sich als das Brot des Lebens bezeichnet, kann uns Mut machen. Es ist uns möglich, diesem Jesus zu begegnen. Schenkt er sich uns doch als Brot des Lebens in jeder heiligen Kommunion.

Die Erfahrung, die Elija mit Gott macht, der ihm Brot und Wasser schickt, um ihn zu stärken, können auch wir in jeder Eucharistiefeier machen, in der Jesus selbst, uns Stärkung werden will.

Hören wir die Worte Gottes an Elija auch für uns und folgen der Einladung zur Eucharistie: „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg deines Lebens zu weit für dich.“

Eine gesegnete Woche!

Ihr Robert Solis, Pastor

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