Wort zum Sonntag, 14.11.2021

Das Evangelium zum 33. Sonntag im Jahreskreis vom Ende der Welt lässt sich gut in unsere aktuelle Situation einschreiben. Die Schwierigkeiten und Probleme sind zahlreich und die Prognosen düster. Die Pandemie, in deren Folge unsere große und kleine Welt Orientierung verloren hat, geht weiter und verunsichert viele. Tausende Menschen sind auf der Flucht und kommen dabei um. Hunger und Elend, Terror, Konflikte und Kriege, Umweltverschmutzung und Klimakrise – diese Liste lässt sich noch lange ergänzen. All das macht Angst vor der Zukunft. Stehen wir am Beginn dessen, was uns das Evangelium als das Ende der Welt schildert?

Die Botschaft Jesu aber ist eine Frohbotschaft und es geht ihm in seiner Rede vor allem darum, dies zu unterstreichen: Die Welt ist in Gottes Händen und ihr Ende ist eine freie und souveräne Handlung Gottes. Anders gesagt: Unsere Welt existiert, weil Gott sie wollte; deshalb hört sie auch auf, wenn er es will. Das Ende des Universums liegt also im Geheimnis unseres Gottes verborgen. Auch den Zeitpunkt, wann das geschieht, bestimmt Gott allein. Der Evangelist Markus sagt uns: „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ (Mk 13,32) Die Beschreibung des Erlöschens der Leuchtkraft der Sonne und des Mondes und das Bild der vom Himmel fallenden Sterne weisen darauf hin, dass die alte, uns bekannte Ordnung zusammenbricht. –  Das Entscheidende dabei aber beschreibt der Evangelist Markus so: „Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ (Mk 13,26) Am Ende der Welt steht also nicht eine Katastrophe, sondern die zweite Ankunft Jesu in unserer Welt, die damit verbundene Vollendung in Gott. In diesem Zusammenhang spricht der Evangelist und Apostel Johannes in seiner Offenbarung: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen […] Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.“ (Offb 21,1.3-5)

Die Vollendung der Welt und des Menschen in Gott – so lautet die also tröstliche und stärkende Verheißung des Evangeliums. Mitten in unserer Angst, Sorge, Not und Bedrohung ermutigt uns Jesus das ganze Vertrauen auf ihn zu setzen. Sein Wort, das noch gelten wird, wenn Himmel und Erde vergehen (vgl. Mk 13, 31), gibt uns Halt. Es lädt uns gleichzeitig ein, als Christinnen und Christen, uns der Wiederkunft Jesu stets bewusst zu sein, um auf sein zweites Kommen hin zu leben.

Fragen wir uns also heute: Rechne ich wirklich damit und glaube daran, dass Jesus Christus wiederkommt? Rechne ich mit einem Eingreifen Gottes? Rechne ich mit ihm in meinem persönlichen Leben?

In einem Kommentar zum heutigen Evangelium las ich kürzlich: „Uns nähert sich nicht das Grauen, sondern der uns liebende Gott, der sein Volk durch den wiederkommenden Christus sammelt. Wir gehen nicht ins Leere, ins Nichts, sondern in die Fülle des Vaters. Dies ist das Ziel unserer Hoffnung.“

(P. Gerfried Bramlage OP).

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gesegnete Woche

Ihr Robert Solis, Pastor

Impressum

Katholische Pfarrei
St. Altfrid Gifhorn / Meine 

Pommernring 2 
38518 Gifhorn
Tel: 05371/12864 
Fax: 05371/57765 
pfarrei@altfrid-gifhorn.de

Kontonummer

IBAN: DE49 2695 1311 0037 0013 10