Wort zum Sonntag, 14. Februar 2021

Blumen verschenken am Valentinstag – nur der weltbeste Detektiv könnte herausfinden, wie es zu dieser Verbindung gekommen ist.

Im spätantiken Christentum gab es einen Bischof Valentin und einen gleichnamigen Priester. Einer von ihnen hat Hilfesuchenden und Brautleuten Blumen aus seinem Garten geschenkt und erlitt den Märtyrertod, weil er Paare christlich getraut hat, so die Legende. Die Verehrung eines Hl. Valentins wuchs im Laufe der Jahre immer mehr an, bis ein Heiligentag, der 14. Februar, in den Heiligenkalender aufgenommen wurde. In England schickte man sich an diesem Tag Liebesbriefe, in Frankreich und Belgien bestimmte man an diesem Tag Valentine und Valentin, die dann für ein Jahr als Verlobte miteinander verbunden waren und prüften, ob es möglich sei, als Ehepaar durch diese Welt zu gehen.

Überliefert wird auch ein Gedanke, der so gar nicht mehr in unsere Zeit passt. Man sagte früher, dass ein lediges Mädchen denjenigen zum Ehemann nehmen werde, den sie am14. Februar zuerst erblickt. Junge Männer, die sich ein Mädchen auserkoren, überreichten ihr deshalb schon am Morgen des Valentinstages einen Blumenstrauß.

Mit unserem Tagesheiligen verband sich der Gedanke, dass er Licht in die Welt bringt, sich um die Gesundheit der Menschen sorgt und den Liebenden beisteht. Das sind selbst für einen Heiligen wunderbare Aufgaben, denn manche Heilige kümmern sich um Erdbebenopfer, Unwetter oder die Pest. Nach der Liturgiereform des letzten Konzils wurde dieser Tag wieder gestrichen, weil ein tatsächlicher Valentin im strengen historischen Sinne nicht zu belegen war. Dies hat der Verehrung allerdings keinen Abbruch getan, denn die Menschen entscheiden bei der Heiligenverehrung nicht nach historischen Fakten, sondern nach ihrem Herzen.

Unabhängig von allen theologischen Diskussionen hat sich der Valentinstag zum Tag der Liebenden entwickelt, an dem Geschenke keine unerhebliche Rolle spielen. Über Frankreich und England kam das Brauchtum des Festes in die USA. Nach dem 2. Weltkrieg brachten es amerikanische Soldaten nach Deutschland und Österreich zurück – sehr zur Freude der Floristen. Sie erklärten schon 1950 das Fest zum „Tag der offenen Herzen“. Dabei dachten sie natürlich auch daran, an diesem Tag das Geschäft des Jahres zu machen. Gestern, am 13. Februar, durften sie in Niedersachsen ihre Geschäfte wieder öffnen. Ein kleines Coronawunder am Valentinstag.

Heute ist dieser Tag ein ökumenisches Fest. Viele Paare lassen sich am Valentinstag segnen. Viele Paare feiern oder blättern im alten Fotoalbum.

Eigentlich ist es vollkommen egal, ob der weltbeste Detektiv herausfindet, wie es zu unserem Fest und seinem Brauchtum kam. Ganz sicher hat zu seiner Verbreitung und Popularität beigetragen, dass die Menschen einen Tag im Jahr für die Liebe reservieren wollten und dieser Tag dringend benötigt wird. Auch wenn viele Filme und sehr viele Lieder die Liebe zum Thema haben, so geht es doch heute darum, die Liebe dort zum Thema zu machen, wo Sie, konkreter Mensch, leben, um einem Menschen damit eine große Freude zu machen.

Pfarrer Thomas Hoffmann

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