Wort zum Sonntag, 18. September 2022

Evangelium Lk 16, 1-13

Das heutige Evangelium handelt vom Gleichnis vom ungerechten Verwalter. In diesem Gleichnis steht der reiche Mann für einen Arbeitgeber im Wirtschaftssystem und der Verwalter steht für Personen, die in diesem System agieren und auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Ihr Ziel ist ihr eigener Wohlstand. Dafür setzen sie ihre Position, Fähigkeiten und Talente ein. Eigentlich ist das auch gut so, dass man seine Gaben, Talente, Fähigkeiten oder auch Kompetenzen einsetzt! Dazu sind wir eingeladen und gefordert.

Aber die Frage nach der Absicht unseres Handelns steht im Mittelpunkt des Gleichnisses. Wofür setzen wir unsere Gaben und Talente ein? Handeln wir dabei ungerecht?

Der Verwalter handelt ungerecht. Er ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Personen wie der ungerechte Verwalter verhalten sich unsolidarisch und achten nicht auf die Interessen der Anderen. Sie üben durch ihre gegebenen Möglichkeiten Macht aus.

Macht – ein so wichtiger Aspekt in unserem Leben. Wir alle haben Macht und sollten uns dieser bewusst sein, ansonsten können wir ungerecht handeln. Beispiele aus unserem Leben sind etwa:

Erwachsene haben gegenüber Kindern Macht. Kinder sind naturgemäß in ihrer Entwicklung noch sprachlich, kognitiv, emotional und physisch unterlegen. Und sie sind von Erwachsenen abhängig. Das macht sie besonders vulnerabel. Kinder benötigen also starke Erwachsene, die sich für ihre Bedürfnisse einsetzen und sie nicht durch ihre machtvolle Position ungerecht behandeln, klein machen oder emotional und/oder physisch verletzen.   

Ein weiteres Beispiel ist die globale Ungerechtigkeit. Es werden Menschen, die durch ihre persönliche Stellung abhängig sind oder sogar um ihre Existenz fürchten müssen, ausgenutzt. Sie verdienen wenig Geld, damit Ware billig produziert werden kann und der Gewinn der bereits machtvollen Menschen maximiert wird. Wir alle haben die Macht, Produkte aus fairem Handel zu kaufen und ein Stück weit gegen dieses unsoziale System anzugehen.

Unsere Umwelt ist wehrlos. Wir überfischen Ozeane, wir roden Naturwälder ab, wir halten Tiere in Massen … wir hinterlassen sichtbare Spuren! Unser ökologischer Fußabdruck ist zu groß und zerstörerisch.

Alles sehr niederschmetternde Beispiele aus unserer Zeit. Dieses Gleichnis ist immer noch aktuell. Dabei steht im Gleichnis: „Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Das Gleichnis will uns sagen, Gott zu dienen und gleichzeitig nach Reichtum und Macht zum eigenem Vorteil zu streben, ist nicht möglich!

In unserem Glaubensbekenntnis beten wir zu unserem Gott, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Gott ist all-MÄCHTIG. Gott stattet uns mit Gaben aus, Gott beschenkt uns mit seiner wundervollen Schöpfung. Es macht deutlich, dass die Macht Gottes allgegenwärtig ist und dass sie gut ist. Es ist eine gute Macht!

Das heißt aber auch, zu erkennen, dass alles miteinander verbunden ist und im Gleichgewicht steht. Wir tragen Verantwortung! Die Verantwortung, dieses in sich zusammenhängende System aus Menschen, Himmel und Erde zu wahren, indem wir unsere Stärken, Gaben, Talente im Sinne einer „guten“ Macht einsetzen. Wir sind Teil von Gottes wunderbarer Schöpfung und dadurch haben wir Verantwortung uns selbst gegenüber, indem wir unsere Talente einsetzen und mit uns fürsorglich umgehen. Wir haben Verantwortung dem Nächsten gegenüber, indem wir beispielsweise andere in ihren Gaben fördern und sie stärken. Und wir haben Verantwortung der Erde gegenüber und natürlich Gott gegenüber!

Wir besitzen die Möglichkeit! Das soll keine Hoffnung sein, sondern ein Aufruf!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mehr als Hoffnung! Ich wünsche Ihnen eine starke, kraftvolle Woche! Sie sind dazu eingeladen, ihre Stärken und Talente in guter Absicht machtvoll einzusetzen! Viel Freude damit!

Ihre Christine Cordes, past. Mitarbeiterin

Impressum

Katholische Pfarrei
St. Altfrid Gifhorn / Meine 

Pommernring 2 
38518 Gifhorn
Tel: 05371/12864 
Fax: 05371/57765 
pfarrei@altfrid-gifhorn.de

Kontonummer

IBAN: DE49 2695 1311 0037 0013 10