Wort zum Sonntag, 19.07.2020

Entspannt und cool bleiben; Geduld haben; daran glauben, dass etwas Großes entstehen kann; vertrauen, dass viel passiert, auch wenn wir es nicht bemerken! Gott kann aus kleinen Anfängen Großes machen!

Diese Stichwörter sind mir spontan zu den 3 Gleichnissen eingefallen, die uns der Evangelist Matthäus heute in seinem 13. Kapitel ans Herz legt.

Im 1. Gleichnis vom Unkraut unter dem guten Samen geht es darum, nicht vorschnell das Schlechte auszureißen und dabei das Gute zu zertrampeln. Übereifer für die gute Sache schadet nur. Die Gemeinde des Matthäus war Anfeindungen ausgesetzt und es gab Gegner. Am Ende, nach der Ernte, für Matthäus am Ende aller Tage, wird sich alles ordnen und seinen Platz finden.

Dahinter verbirgt sich der Hinweis: Bleibt gelassen, bleibt entspannt, zügelt euren Übereifer, macht nicht im Kampf gegen das Böse auch noch viel Gutes kaputt. Das ist es nicht wert. Es ist nicht schlimm, wenn einige Zeit Gutes und Böses nebeneinander wachsen, lasst euch davon nicht beunruhigen.

Dieses Gleichnis möchte uns entlasten. Wir müssen nicht überall nach Unkraut suchen, wir müssen andere Menschen nicht bewerten, wir müssen nicht in einer Schwarz-Weiß-, Hell-Dunkel- oder Gut-Böse-Welt leben. Wo auch immer wir uns aufhalten, bei der Arbeit, in der Kirche, in der Familie, im Verein – Deppen gibt es überall. Ich kann sie lassen und bin dadurch entlastet, dass ich mich nicht zum Richter erhebe und über andere das Urteil spreche.

Auch wenn das alles nicht so einfach ist und Menschen gerade auch im Stress einmal ordentlich Dampf ablassen möchten. Im Evangelium steht am Ende ein gut gewachsenes Feld mit vielen guten Pflanzen – darum geht es und das zählt.

Im 2. Gleichnis geht es um das kleine Senfkorn und um den 2-3 Meter großen Strauch, der hier sogar Baum genannt wird und der nach der Wachstumsphase Platz für viele Vögel bietet. Im Alten Testament findet sich dieses Bild des Baumes und der vielen Vögel als Hinweis auf alle Völker, die zu Gott kommen dürfen und dort ihren Platz finden. Eingeleitet wird das Gleichnis mit dem Satz: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn …“ Dieser Hinweis für uns bedeutet: Glaubt an das Kleine. Aus ihm kann Großes erwachsen. Kleine, bescheidene Anfänge haben mitunter enorme Wachstumspotentiale. Das gilt für Menschen und ihre verborgenen Möglichkeiten, das gilt für gute Ideen, das gilt für Gruppen, die sich zusammenfinden und es gilt selbstverständlich für Gottes Möglichkeiten. Bei ihm kann Kleines ganz groß werden. Größer, als wir Menschen für möglich halten. Und: Manchmal fängt auch Gott klein an.

Im 3. Gleichnis geht es um einen ganzen Zentner Brot, soviel wird dort erwähnt. Eine Frau hat 2 Kilo Sauerteig, den sie unter dem Teig verbirgt, ihn also untermischt. Dadurch entwickelt sich eine starke Dynamik. Diese ist von außen nicht zu erkennen, sie ist nicht zu sehen, aber sie arbeitet im Teig. Das ist nichts für Kontrollfreaks, denn was passiert ist zunächst unsichtbar.

Es geschieht viel Gutes, auch wenn wir es nicht bemerken. Das Gleichnis wird erzählt, damit wir diesen Satz glauben. Es gilt auch für andere Menschen, bei denen zunächst nur Problematisches zu sehen ist, aber auch für viele andere Lebenssituationen. Vertrauen in das Verborgene, Vertrauen, dass Gott schon am Wirken und Arbeiten ist, auch wenn wir ihn noch gar nicht bemerken – wie könnte so eine Sichtweise die Welt verändern und mein persönliches Leben in helleren Farben erscheinen lassen. Auch wenn es heute einmal wieder regnet, dahinter ist trotzdem die Sonne am Firmament, die wir aufgrund der Wolken natürlich nicht sehen.

Zusammengefasst. Mit Jesus hat eine neue Wirklichkeit begonnen. Das Evangelium ermutigt uns, diese auch wahrzunehmen. Viel Gutes geschieht, auch wenn es gar nicht zu sehen ist.

Noch einmal die Stichwörter vom Anfang der Predigt:

Entspannt und cool bleiben; Geduld haben; daran glauben, dass etwas Großes entstehen kann; vertrauen, dass viel passiert, auch wenn wir es nicht bemerken! Gott kann aus kleinen Anfängen Großes machen! Könnte das auch ein Programm für Ihre neue Woche sein?                                                                                               Thomas Hoffmann

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