Wort zum Sonntag, 20.06.2021

Jesus will mit seinen Jüngern ans andere Ufer des Sees Gennesaret hinüberfahren. Er steigt in ein Boot und sie legen ab. Andere Boote begleiten sie. Plötzlich erhebt sich ein heftiger Wirbelsturm; die Wellen schlagen bis in das Boot, das sich mit Wasser zu füllen beginnt. Obwohl unter den Jüngern erfahrene Fischer sind, wird ihnen angst und bange. Jesus scheint von der ganzen Bedrohung nichts mitzubekommen: er schläft im hinteren Teil des Bootes auf einem Kissen. „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ – rufen die Jünger ihm zu. Auf diesen Ruf hin steht Jesus auf und gebietet dem Sturm Einhalt. Und er fragt seine Jünger: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“

Dieses Ereignis, das vor fast zweitausend Jahren auf dem See Gennesaret stattgefunden hat, können wir als ein Bild für unser eigenes Leben interpretieren. Der Wirbelsturm und das sinkende Boot symbolisieren all die Situationen, in denen uns heute buchstäblich das Wasser bis zum Hals steht, wir weder aus noch ein wissen, wir in Not geraten, schwere Schicksalsschläge, Krankheiten und Leiden, der Tod eines geliebten Menschen, Angst vor der Zukunft zu verkraften sind. Nicht zuletzt die Monate und Wochen, die unter der Corona-Pandemie stehen, sind „die Stürme“ unseres Lebens. Jeder von uns könnte diese Liste noch für sich ergänzen.  In all unseren Ängsten und Nöten begegnet auch uns Jesus mit seiner Frage: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Er möchte uns vor Augen führen: Das, was ihr braucht, was euch wirklich helfen könnte, ist der Glaube!

Das ist also die Botschaft des heutigen Evangeliums. 

Aber was heißt eigentlich glauben?  Es ist Vertrauen auf Gott zu haben, sich in allen Lebenssituationen von ihm gehalten und getragen zu wissen, mitten in aller Not sich festzumachen in Gott. Ja, es ist das Wissen, dass Gottes Möglichkeiten nicht an die Begrenztheiten dieser Welt gebunden sind.

Der Glaube löst nicht einfach alle unsere Probleme. Er stillt nicht einfach alle Stürme, die im Leben über uns hereinbrechen.  Er schenkt uns aber den Frieden des Herzens, eine innere Ruhe, eine Gelassenheit, die aus der Zuversicht, aus dem Vertrauen kommt, dass unser Gott auch in den Nöten unserer Tage gegenwärtig ist. Er ist da in den schweren Stunden, in der unheilbaren Krankheit, beim Tod eines geliebten Menschen, auch da, wo er weit von uns entfernt zu sein scheint.

„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Jesus möchte uns, wie damals die Jünger im Boot auf dem See Gennesaret, ermutigen, unseren Glauben bewusst zu vertiefen, aus dem Glauben an Gott, aus dem Vertrauen in das Gehaltensein von ihm zu leben. Glauben schenkt Kraft, den Stürmen des Lebens standzuhalten.  Beten wir füreinander um einen solchen tragenden und stärkenden Glauben!

Eine gelingende und gesegnete Woche

Ihr Robert Solis, Pastor

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