Wort zum Sonntag, 21.06.2020

Tausende von Särgen, die nebeneinander ausgebreitet sind… Konvois von rund 30 Militär-LKWs mit jeweils 70 Leichen in Bergamo (Italien)… das sind traumatisierende Bilder der Covid-19-Pandemie. Aber nicht die einzigen. Andere ebenso erschreckende Bilder konnten wir in vielen Ländern auf der ganzen Welt sehen.

Zu Beginn und auf dem Höhepunkt der Entwicklung der Pandemie standen fast überall endlos lange Schlangen von Menschen vor den Supermärkten. Leere Regale, entleert von mehr oder weniger langlebigen Verbrauchsgütern (Nudeln, Weizenmehl, Toilettenpapier usw.) waren die Folge. Das lag daran, dass niemand den wiederholten Zusicherungen der Regierungen glauben wollte, es würde keine Engpässe bei der Versorgung mit den lebensnotwendigen Gütern geben. Die Menschen hatten Angst, die Versorgung könnte ins Stocken geraten, und sie sorgten vor.

Um Angst geht es auch im heutigen Evangelium. Jesus hämmert zweimal mit großem Nachdruck den Jüngern ein: „Fürchtet euch nicht!“ Zum Ersten sagt Jesus: „Fürchtet euch nicht vor den Menschen, denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.“ Eine Not in unserem Glauben ist ja: Viele Dinge sind heute noch nicht sichtbar, die ‚muss man glauben’, wie die Leute sagen. Aber es wird mit Sicherheit einmal der Tag kommen, wo allen Menschen sichtbar wird, dass es einen lebendigen Gott gibt, der die höchste Autorität ist, wo deutlich wird, dass nicht der Mensch das Maß aller Dinge ist, sondern Gott.

Und Jesus sagt weiter: Was ich euch im Verborgenen, im Dunkeln sage, das verkündet von den Dächern, in aller Öffentlichkeit. Für einen Christen bedeutet das: Im Verborgenen’, im Kämmerlein, in der Stille spricht Jesus mit uns, flüstert er uns seine Botschaft ins Ohr, wie es im Evangelium heißt. Und wir verkünden diese Botschaft mutig in aller Öffentlichkeit, ohne Furcht.

Ein Zweites: Jesus sagt: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht töten können. Die Menschen können uns mundtot machen. Sie können uns aber nicht die Gewissheit nehmen, die Gott uns gegeben hat, nämlich dass es ein Leben gibt über den leiblichen Tod hinaus. In einem Vergleich macht das Evangelium deutlich, wie wertvoll wir für Gott sind. Der Spatz, der vom Dach fällt, ist ein Geschöpf Gottes und fällt in Gottes Hand. „Ihr seid mehr wert als viele Spatzen,“ heißt es im Evangelium, „Fürchtet euch also nicht!“

Zweimal ermutigt uns Jesus „Fürchtet euch nicht.“ Aber dann ermahnt er uns, wir sollen uns in Acht nehmen. Es heißt im Evangelium: „Fürchtet den, der Seele und Leib in die Hölle stürzen kann.“ Was kann unseren Leib und vor allem unsere Seele in die Hölle stürzen? Die Antwort finden wir am Schluss des Evangeliums. Es heißt dort: Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde ich auch vor meinem Vater im Himmel verleugnen. Wenn wir Jesus verleugnen, wenn wir uns nicht zu ihm bekennen, dann gilt nicht mehr seine Zusage, dass er bei Gott für uns eintritt, seine Zusage, dass wir nicht in die Hölle stürzen, sondern beim Vater im Himmel wohnen werden. Fürchten wir uns vor den Menschen, die uns von Gott, von Jesus entfernen.

Die Heilige Teresa von Avila drückt es so aus: „Nichts soll dich verwirren, nichts soll dich beirren, alles vergeht. / […] Wer Gott kann erwählen, nichts wird solchem fehlen. Gott nur besteht“

Gabriel Makinisi

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