Wort zum Sonntag, 25. April 2021

Das Evangelium des heutigen 4. Ostersonntags stellt uns ein Bild vor Augen, das uns vielleicht fremd geworden ist, den Hirten. Bei den ersten Christen war jedoch dieses Bild wohl die bekannteste Darstellung Jesu. In den römischen Katakomben, den Grabstätten aus dem 3. und 4. Jahrhundert, finden wir dieses Motiv in verschiedenen Ausführungen: Christus, der das Lamm auf den Schultern trägt; Christus mit dem Hirtenstab und dem Lamm; Christus-Hirt unter einem Lebensbaum, der die Pforte des Paradieses zeigen soll.  Sicher fällt auch Ihnen ein bekanntes Bild des Guten Hirten ein, das Fürsorge ausstrahlt und Vertrauen weckt.

Für Johannes steht das Verhältnis des Hirten Jesus zu seiner Herde im Mittelpunkt seiner Verkündigung. Der Dienst des Hirten wird durch die Innigkeit der Beziehung und das Vertrauen gekennzeichnet. „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. […] Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich…“. Es fällt dabei auf, dass Jesus hier nicht sagt: „Ich bin ein guter Hirt.“ Vielmehr betont er: „Ich bin der gute Hirt“. Auf diese Weise gibt er damals seinen Jüngern und Jüngerinnen – und heute uns zu verstehen, dass er sie und uns wie kein anderer kennt. Jesus weiß um uns und behütet uns, er führt jeden seine ganz eigenen Wege und verliert keinen aus den Augen.

Das heutige Evangelium korrespondiert mit dem uns allen bestimmt bekannten Psalm 23, der so beginnt: „Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen“. Diese Worte zeugen von der zärtlichen Sorge unseres Gottes. Sie beschreiben eine Erfahrung des gläubigen Menschen, der sich in der Nähe des liebenden Gottes geborgen weiß, auch in schweren Zeiten. Da heißt es weiter: „Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir.“

Das Bild vom Guten Hirten gehört zu den ältesten Christusdarstellungen. Es stillt die menschliche Sehnsucht nach einem liebenden Gott, der jeden beim Namen ruft, in dessen Gegenwart man „kein Unheil fürchtet“ und der uns während des Wanderns „im finsteren Tal“ auf seine Schultern hebt. „Ich bin der gute Hirt“ – diese Aussage Jesu lädt uns also ein, unser ganzes Vertrauen auf ihn zu setzen und mit ihm in eine innige Beziehung zu treten.

Versuchen wir es jetzt mit den Worten des Psalmisten:

„Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück.

Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, übervoll ist mein Becher.

Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeiten.“

In diesem Sinne eine gesegnete Woche

Ihr Robert Solis, Pastor

Impressum

Katholische Pfarrei
St. Altfrid Gifhorn / Meine 

Pommernring 2 
38518 Gifhorn
Tel: 05371/12864 
Fax: 05371/57765 
pfarrei@altfrid-gifhorn.de

Kontonummer

IBAN: DE49 2695 1311 0037 0013 10