Skip to main content

Und das alles nur in meinem Kopf

„Ich kann in 3 Sekunden die Welt erobern, den Himmel stürmen, in mir wohnen“, heißt es in einem Song von Andreas Bourani, „ und das alles nur in meinem Kopf.“

„Welt erobern, Himmel stürmen, in mir wohnen“, hier singt einer über christliche Spiritualität, dachte ich, so würde ich den Auftrag von Christen im Heute beschreiben. Welt erobern verstehe ich als Welt gestalten. Und dann die nüchterne Feststellung: dieser Plan existiert nur in meinem Kopf? Da widerspreche ich und schlage eine andere Überschrift vor:

Und das alles ist in Seinem Kopf!

Wir stehen vor der Feier von Advent und Weihnachten, die Zeit für Himmelsstürmer, für die, die ihre Türen öffnen, weil sie noch etwas erwarten, weil sie warten, auf den, der verheißen ist, Gottes Sohn, der auf die Erde herab kommt.

Was für eine adventliche Botschaft. Wenn Sie in diesen Tagen die Geschichten aus der Bibel hören, die Verheißungen der Propheten lesen, dann werden Sie feststellen: alles ist in seinem Kopf: die Grundidee, wie die Welt, die er geschaffen hat, sein soll; die Weise, wie Menschen leben können, vor allem, wie alle leben können; wie das gebrochene Leben wieder aufgerichtet werden kann; wie Schuldenschnitt im göttlichen Sinn gemeint ist: vergessen und vergeben, ohne Vorleistung, allein aus Gnade.

Und die klare Ansagen: die Botschaft des Adventes, der Weihnacht, von Frieden und Gerechtigkeit ist keine Botschaft für Tagträumer, sondern eine für Himmelsstürmer, die eine Ahnung davon haben, was es heißt, den Himmel auf Erden zu gestalten. Deshalb wird die Menschwerdung Gottes nur dann erfahrbar, wenn jeder und jede einzelne sich zum Anwalt dieser Botschaft macht, so zu sagen eine Botschaft für Menschen, die in sich wohnen.

Alles in seinem Kopf, alles in unseren Herzen, so wird die Weihnacht zum großen Menschheitsfest, oder wie es in einem christlichen Weihnachtssong heißt: „Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen, Tauben öffnet sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.“

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit Ihr Martin Wrasmann