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Stimmen des Holocaust

Donnerstag, 23. April 2026 19.30 Uhr Mehrgenerationenhaus, Steinweg 20

Eintritt: 10,00 Euro Schüler und Studenten: 5,00 Euro

Dr. Thomas Gabelin (81 Jahre alt) zählt zu den letzten in der Öffentlichkeit aktiven Überlebenden des Holocaust. Er wurde am 21. Dezember 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt als Sohn einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters geboren. Er überlebte unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dr. Gabelin arbeitet unermüdlich als Zeitzeuge, um jungen Menschen die Bedeutung von Toleranz, Respekt und Menschlichkeit nahezubringen. In zahlreichen Schulen, Städten und Gedenkveranstaltungen in Deutschland sprach er zuletzt über seine Erlebnisse und mahnt dabei: „Betrachtet euch alle als Menschen – nur dann kann man friedlich miteinander leben.“

Louis Pawellek (28 Jahre alt) ist ein junger Buchautor und Content Creator. Im Jahr 2014 traf er für ein Schulprojekt eine Zeitzeugin, die den Holocaust überlebt hat. Danach entwickelte er den Wunsch, weitere überlebende Opfer der Nazi-Schreckensherrschaft persönlich kennenzulernen und ihre Geschichte zu aufzuschreiben. Viele Zufälle, Wegbegleiter und Begebenheiten ließen später ein Buch entstehen: Die letzten Stimmen des Holocaust: „12 Überlebende erinnern sich“.

Durch dieses Buch entstand eine ungewöhnliche und enge Freundschaft. Beide Männer setzen sich gemeinsam gegen das Vergessen des Holocaust und für das Erinnern an die Schrecken des Nationalsozialismus ein. Gabelin berichtet in Vorträgen eindrucksvoll von Hunger, Kälte und Todesangst, die er als Kleinkind erlebte bzw. die seine Mutter ihm nach der Befreiung schilderte.

Im November 2024 erschien ein neues gemeinsames Buch von Pawellek und Gabelin: „Es gab mehr als nur Auschwitz: Gedenkorte, die niemals in Vergessenheit geraten dürfen“. Zu jeder Person, zu jedem Ort stellte Pawellek Kurzvideos her. Damit erreicht er viele Millionen Menschen auf TikTok, Instagram und Facebook.

Bei der Veranstaltung am 23. April in Gifhorn wird es nach einem Multivisionsvortrag über den Ablauf, das System und den Aufbau des Konzentrationslagers und Ghettos Theresienstadt in einer kleinen Ausstellung auch originales Anschauungsmaterial wie Häftlingsbriefe aus dem KZ Auschwitz, Judenstern, Postkarten oder Ghettogeld aus Theresienstadt geben. Im Anschluss an die Lesung und das Zeitzeugengespräch wird es in die Möglichkeit geben, dem Buchautor und dem Holocaust-Überlebenden Fragen zu stellen.